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Sportklettern auf Malta. Ein Reisebericht ĂŒber einen ungeschliffenen Diamanten im Mittelmeer.

Steile Klippen die vom Meer zerfressen werden, hunderte raue Kletterrouten die von Jahr zu Jahr mehr werden, viel Sonnenschein, flache SandstrĂ€nde und köstliche italienische KĂŒche.

10 TAGE HÄTTEN ES WERDEN SOLLEN – 5 WOCHEN WAREN ES DANN LETZTENDLICH. Malta stand nie wirklich auf dem Radar, doch 2020 war eben alles anders. Nachdem Italien durch die Pandemie stark betroffen war, Spanien Reisewarnungen ausgesprochen hatte und das Wetter Ende Oktober alle nord- und mitteleuropĂ€ischen Gebiete ausschloss blieben eigentlich nur noch Griechenland und Malta ĂŒbrig.

Nach ein wenig Recherche war klar: FĂŒr 10 Urlaubstage gibt es ausreichend viele Routen zum Klettern und der Flug wurde gebucht. Siehe da – in Malta wurde die letzten Jahre viel gebohrt und es gibt unzĂ€hlige neue Routen mit entsprechend rauem Fels und nigelnagel neuem Hakenmaterial, ein GlĂŒcksgriff also!

Eckdaten zum Klettern auf Malta und Gozo

Kletterei: Sportklettern, Deep Water Soloing, Tradklettern, Klippenklettern

Klima: Mitten im Mittelmeer gelegen ist auch das Wetter dementsprechend sonnig und warm. Prinzipiell kann man das ganze Jahr ĂŒber auf Malta und der Nachbarinsel Gozo klettern, wobei September und November sowie MĂ€rz bis Mai wohl die besten Monate sind, da es weder zu heiß noch zu regnerisch ist.

Fels: Vorwiegend Kalk. Der Fels ist gut griffig und herrlich rau und es gibt fast keine abgeschmierten Routen – die FĂŒĂŸe halten an den kleinsten Tritten und „Steigen auf Reibung“ ist hier nicht nur leicht gesagt sondern funktioniert wirklich!

Absicherung: Gut bis sehr gut. Gozo empfand ich als etwas weiter abgesichert wĂ€hrend die HakenabstĂ€nde in Malta meist sehr freundlich waren. Das Hakenmaterial inklusive Top ist in gutem Zustand und es wurden gerade in den letzten Jahren einige neue Gebiete erschlossen wo die Haken richtig glĂ€nzen. Insbesondere an den korrosionsanfĂ€lligen meeresnahen Klettergebieten wird fĂŒr neue Routen mittlerweile Titan verwendet.

RoutenlĂ€ngen: 10-35 Meter. Es gibt auf Gozo als auch auf Malta ein paar MehrseillĂ€ngen mit bis zu 100 Metern LĂ€nge. Da es keine großen Erhebungen auf den beiden Inseln gibt muss man sich fĂŒr viele dieser Routen erst einmal die Klippe abseilen um dann wieder den Inselrand zu erklimmen – ein spektakulĂ€res Abenteuer!

AusrĂŒstung: Wir waren mit einem 70 Meter Seil und 15 Expressschlingen unterwegs und das hat fĂŒrs Sportklettern perfekt gepasst, meistens wĂŒrde aber auch ein 60 Meter Seil reichen.

Bolting Policy: Wer selbst Routen einbohren möchte und das nötige Know-How hat sollte sich dafĂŒr zuerst an den lokalen Kletterverein (Malta Climbing Club) wenden.

KletterfĂŒhrer: Sport Climbing in Malta & Gozo von Simon Alden, Jeffrey Camilleri und Stevie Haston. Letzte Auflage 2013, Neuauflage mit vielen neuerschlossenen Klettergebieten wird demnĂ€chst erwartet.

Anreise: Entweder mit der FĂ€hre von Sizilien nach Valetta (Malta) oder per Direktflug von Wien in 2,5h zum Malta International Airport in Luqa. Die kleine Nachbarinsel Gozo ist von Malta in nur 20 Minuten FĂ€hrenfahrt vom nördlichsten Punkt Maltas erreichbar. Die AutofĂ€hre fĂ€hrt im 30 Minuten Takt bis spĂ€t in die Nacht hinein – vorreservieren ist nicht nötig bzw möglich.

Transport: Viele einheimische Kletterer fahren auch mit ihren Mopeds zu den Kletterspots, allerdings ist der Fahrstil auf beiden Inseln eher sĂŒdlĂ€ndisch und Verkehrsregeln werden gerne mal missachtet, weshalb wir uns in unserem Mietauto dann doch wohler gefĂŒhlt haben. Man kann auch mit den Bussen zu den Kletterspots fahren, allerdings ist das Bussystem nicht ganz so verlĂ€sslich und man muss viel Zeit und Geduld einplanen. Vorsicht Linksverkehr!

 

* Alle Angaben zu Routengraden sind wie auch im erwĂ€hnten KletterfĂŒhrer laut französischer Skala angegeben.
**Mit *familienfreundlich* angegebene Klettergebiete bedeuten: leichter und kurzer Zustieg, Platz zum gefahrenfrei herumbewegen, Routen im 4. und 5. Grad vorhanden, max. 20 Meter

Klettern auf Gozo - der wilde Westen

Wir haben Gozo liebevoll den „Wilden Westen von Malta“ getauft, denn es schreit förmlich nach Abenteuer. Nicht nur die Klippenkletterei ist spektakulĂ€r und abenteuerlich, auch die Zufahrt zu den Klettergebieten auf den durchlöcherten KĂŒstenstraßen, die alten FarmhĂ€user und Zitrusplantagen geben Gozo den wilden Charme einer kleinen abgelegenen Insel die sich vom Rest der Welt abgeschottet hat.

Unterkunft: Die Insel ist so klein, dass man von der Hauptstadt im Zentrum der Insel aus nie lÀnger als 20 Minuten mit dem Auto fÀhrt. Wer ein bisschen Stadtflair mit Restaurants bevorzugt und gleichzeitig am Wasser wohnen möchte ist vermutlich in Marsalforn oder Xlendi gut aufgehoben.

Bester Strand: Viele StrĂ€nde gibt’s zwar nicht, dafĂŒr ist der „Rambla Bay“ mit seinem einzigartigen roten Sandstrand an der NordkĂŒste umso schöner.

Gozo - Kletterfels - Mgarr Ix-Xini - Dream Walls

Die Dream Walls in Mgarr Ix-Xini auf Gozo bieten geniale, negative Kletterei am durchlöcherten Fels.

Klettergebiet Tower of Power auf Gozo

Petra in der Route "A Tale of two Budgies" am Tower of Power auf Gozo

KLETTERGEBIETE AUF GOZO - Unsere Lieblingssektoren

Mgarr ix-Xini: Nach einem kurzen und leichten Abstieg (ca 10 Minuten) in den saftig grĂŒnen felsigen Canyon hat man die Auswahl zwischen weißem löchrigen Fels an positiv bis vertikalen WĂ€nden bis zu rot gefĂ€rbten ĂŒberhĂ€ngenden FelswĂ€nden. Mgarr ix-Xini ist das grĂ¶ĂŸte Klettergebiet auf Gozo mit viel Potenzial fĂŒr unzĂ€hlige weitere Routen. Vom 4. bis zum 8. Franzosengrad gibt es fĂŒr AnfĂ€nger und Profis genug zum tĂŒfteln fĂŒr mehrere Tage wenn nicht sogar Wochen. Nur ein paar wenige Autominuten entfernt gibt es eine romantische kleine Bucht mit kristallklarem Wasser, Deep Water Soloing Spots und ein charmantes Strandlokal wo man es sich nach dem Klettern gut gehen lassen kann. *familienfreundlich*

Wied-il Mielah: Eines der spektakulĂ€rsten Klettergebiete, da es direkt am Meer ist und man sogar den eindrucksvollen Felstorbogen erklettern kann. Die Routen sind im 3.-6. Grad, vereinzelt gibt es auch ein paar im 7. und 8. Grad. Wer es exponiert mag wird sich hier bestimmt die eine oder andere Route an einer Felskante ĂŒber dem Meer finden. Wenn die See rau ist und das Meer nur so gegen den Felsen kracht, könnte es bei der ein oder anderen Route dann etwas ungemĂŒtlich und nass werden!

Tower of Power: Dieser mĂ€chtige 30 Meter hohe Fels erhebt sich wie ein riesiger Hinkelstein mitten aus einer Blumenwiese und kann mit einer faszinierenden kompakten Felsstruktur beeindrucken. Hier kann man Kletterei im 6., 7. und 8. Grad mit Meerblick genießen. Es gibt noch weitere Felsblöcke und FelswĂ€nde in der NĂ€he, der Zustieg ist allerdings etwas zugewuchert.

Ic-Cnus Slabs: Wer Plattenkletterei mag wird sich hier wohlfĂŒhlen. Vom 3.-7. Franzosengrad kann man sich hier an einer grauen Kalkplatte austoben. Die Routen sind zwischen 7 und 20m lang und liegen direkt an einer wenig befahrenen Straße. Der Zustieg ist dementsprechend kurz. *familienfreundlich*

Fruitcake Land und San Dimitri Point: VerrĂŒckte pilzartige Sandsteinformationen verleihen diesem Gebiet einen skurrilen Charme. Klippenkletterei vom Feinsten im 5. und 6. Grad. Um die gewĂŒnschte Route zu klettern muss man zuerst die Klippe abseilen, einen Stand bauen und das Seil abziehen, um dann die Felswand wieder hinaufzuklettern. Es gibt Ein- und MehrseillĂ€ngen (2-3 SeillĂ€ngen) zur Auswahl.

Das Klettergebiet Xlendi kann ich leider nicht weiterempfehlen – die Routen wĂ€ren prinzipiell schön und der Fels kompakt, leider ist der Canyon aber sehr zugewachsen und eine Unzahl an Moskitos treibt ihr Unwesen und hat uns nach wenigen Routen wieder erfolgreich verjagt.

Impressionen unserer Klettertage auf Gozo

Klettern auf Malta - eine unendliche Auswahl

Wenn man den KletterfĂŒhrer in HĂ€nden hĂ€lt sieht man recht schnell, dass es auf Malta mehr Klettergebiete und Routen gibt als auf Gozo, was man aber nicht sieht sind die neu erschlossenen Klettergebiete, die seit der Veröffentlichung des Buches 2013 dazugekommen sind. Zwei nigelnagelneue riesige Klettergebiete mit Routen vom 4. bis zum 8. Franzosengrad und weitere kleinere Gebiete.

Unterkunft: Malta ist grĂ¶ĂŸer als Gozo, doch selbst wenn man die Insel vom SĂŒdspitz bis zur FĂ€hre am Nordspitz durchfahren möchte braucht man nur eine knappe Stunde. Die Klettergebiete sind auf der SĂŒdkĂŒste zwischen Blue Grotto und Siggiewi verteilt, im Zentrum gibt es an den Victoria Lines (von Königin Victoria erbaute Mauer die von der OstkĂŒste zur WestkĂŒste durch Malta verlĂ€uft) einige Klettergebiete nördlich von Mosta und im Norden gibt es sowohl an der Ost- als auch an der WestkĂŒste ein paar große Klettergebiete. Daher wĂŒrde ich empfehlen Valetta selbst und die angewachsenen StĂ€dte sowie alles östlich von Valetta zu meiden um unnötiges im Auto sitzen zu vermeiden. Wenn ihr mit dem Auto unterwegs seid wĂŒrde ich auch Bugibba auslassen, dort einen Parkplatz zu finden kann eine Odyssee werden.

Bester Strand: Definitiv Tuffieha Bay. Feiner Sandstrand mit ewig flachem Sandbett, keine Hotels, nur ein nettes Strandrestaurant direkt am Strand und ein kleines Café beim Parkplatz. Aber auch der Nachbarstrand Gnejna ist einen Besuch wert.

Malta - Kletterfels - Meer - Garden of Eden

Tiefblaues Meer und spektakulÀre Tufas stehen im "Garden of Eden" auf Malta am Kletterprogramm.

Klettergebiet Tower of Power auf Gozo

In der gigantischen, aufgebrochenen Höhle "Meliehha Cave"
klettert Petra die boulderige "Flutter by"

KLETTERGEBIETE AUF MALTA - Unsere Lieblingssektoren

Mosta Valley – Cat’s Arches: Dieses Gebiet befindet sich in einem breiten Canyon im Landesinneren und ist eines meiner Favourites. Die Routen sind hauptsĂ€chlich im 6. und 7. Grad, etwa 10-25 Meter lang und in ca 15 Minuten Abstieg gemĂŒtlich erreichbar. Es gibt auch weitere etwas leichtere Klettergebiete in diesem Canyon wie zB Flake Walls, Chapel Buttress, Scouts Buttress und White Wall mit Routen im 3.-6. Grad. *familienfreundlich*

Wied Babu: Mit nur 5 Minuten Autofahrt vom Flughafen ist dies das perfekte Klettergebiet um noch am Ankunftstag Fels unter den Fingern zu spĂŒren und das Meer in der Ferne zu sehen. AnfĂ€nger- bis Profirouten, Schatten und Sonne, EinseillĂ€ngen und leichte MehrseillĂ€ngen - hier gibt es fĂŒr alle etwas Passendes. Die Routen sind ca 18-26 Meter lang. Auf der Ostseite ĂŒberwiegt weißer, löchriger Kalk an positiv bis vertikalen WĂ€nden, wĂ€hrend es auf der westseitigen Wand vertikal bis ĂŒberhĂ€ngend wird und man eine Höhle mit Sintern und Überhang vorfindet. *familienfreundlich*

Red Wall: SpektakulĂ€r seilt man 35 Meter (es sind wirklich 35 Meter, also lieber kein abgeschnittenes 70m Seil nehmen) auf eine Plattform ca. 3 Meter ĂŒber dem Meeresspiegel ab. Auf der Plattform ist genĂŒgend Platz um sich gemĂŒtlich hin und her zu bewegen. Wer mag kann hier auch Deep Water Soloing betreiben, sich im Meer abkĂŒhlen oder einfach nur die tolle Aussicht genießen – aber VORSICHT, um wieder raufzukommen muss man eine knackige 35 Meter lange 5c meistern und die Technik beherrschen um seinen Partner von oben zu sichern! Die Routen befinden sich im 6. ,7. und 8. Grad, der Fels ist super rau und von der Meeresluft zerfressen. Definitiv einen Besuch wert!

Garden of Eden: Was fĂŒr ein spektakulĂ€rer Ort! Wer klettert nicht gerne mit dem großen Ozean im Hintergrund und neben einem gigantischen Tufa der ins Fotomotiv hĂ€ngt? Wenn du die wirklich schönen Routen klettern möchtest solltest du im oberen 6. oder besser noch im 7. Grad unterwegs sein. Es gibt zwar auch Routen im 5. Grad, diese sind allerdings nicht ganz so lohnend.

Irdum Irxaw (Mistra Valley): Die Kulisse mit den riesigen Kakteen, dem Blick auf St. Paul’s Bay und das Meeresrauschen dazu machen eine Klettertag hier zum Genuss. Nach circa 15 Minuten Zustieg kommt man zu einem Felsblock der vor der Felswand steht und so einen kleinen windgeschĂŒtzten Canyon kreiert. Man kann sowohl im Canyon an beiden Seiten als auch an der Außenwand vom Felsblock klettern. Im 6. Grad gibt es jede Menge Routen fĂŒr mehrere Besuche, aber auch im 7. Grad wird man hier seinen Spaß haben. Der rötliche Fels ist kompakt und insbesondere an der Außenwand hat er eine spektakulĂ€re Textur mit Löchern, Leisten und Zangen.

Ghar Lapsi: Ghar Lapsi besteht aus mehreren Höhlen die alle Richtung Meer schauen und die man mit nur 10-20 Minuten Zustieg erreicht. Wer im 6., 7. oder 8. Grad unterwegs ist wird hier einige tolle Routen im Überhang finden. Direkt beim Parkplatz gibt es ein Restaurant und eine felsige und sehr beliebte Badebucht fĂŒr den perfekten Abschluss des Klettertages. Am Wochenende können Restaurant und Badebucht jedoch sehr voll werden.

Blind Cave: 5 Minuten Zustieg, gut fĂŒr AnfĂ€nger geeignet, da ein Großteil der Routen zwischen 4. und 6. Grad ist. Der Fels ist kompakt, weiß und löchrig und ca 15-25 Meter hoch. *familienfreundlich*

Radar Point: Zustieg 20 Minuten. Um zum gut versteckten Abseilpunkt zu kommen muss man zuerst ĂŒber ein paar tiefe Felsspalten springen. Nach ca 15 Meter Abseilpiste kommt man direkt beim Sektor „West Wall“ an. Hier und im Sektor „The Corner“ kann man sich im 6. Grad so richtig austoben, wem das zu leicht ist der kann einmal ums Eck ins „Wonderland“ gehen. Radar Point wurde 2019/2020 eingebohrt und das Hakenmaterial glĂ€nzt dementsprechend. Vom Kletterspot aus kann man sogar bis nach Gozo hinĂŒbersehen und der Sonne zusehen wie sie im Meer untergeht.

Meliehha Cave: Ein Paradies fĂŒr die richtig starken Kletterer. Die Höhle wird auch liebevoll „Gym“ von den einheimischen Kletterern genannt und besteht aus Überhang bis zu horizontaler Kletterei. Es gibt die ein oder andere 6er Route, aber eigentlich geht es erst bei 7b so richtig los. Das „Dachl“ schĂŒtzt die Kletterer bei Wind und Wetter und kann einen verregneten Tag retten.

Impressionen unserer Klettertage auf Malta

MULTIKULTURELLES MALTA
Abseits vom Klettern hat Malta auch kulturell so einiges zu bieten. GeprĂ€gt von Besetzungen unter anderem der Römer, Araber, Franzosen und Briten sowie dem Malteserorden ist Malta ein geschichtstrĂ€chtiges Land. Jeder der damaligen Besetzer hat seinen Einfluss hinterlassen, und so fĂ€hrt man heute an in Lateinschrift geschriebenen aber arabisch klingenden Ortsschildern, auf der falschen beziehungsweise linken Straßenseite, zum einem von unendlich vielen authentischen Italienern essen. Auf der Straße hört man arabisch klingende Unterhaltungen mit italienischen Wortfetzen, doch wenn man dann einen der Einheimischen anspricht antwortet dieser meist in perfektem Englisch.

EINMALIGE ERLEBNISSE FÜR NATURLIEBHABER
Ein top Ereignis fĂŒr uns war das Spektakel das sich bei den Salzterrassen von Il-Kalanka in Malta abgespielt hat: in der Sonne gelb leuchtende Salzterrassen die mit jeder Welle laut klatschend mit Meerwasser gefĂŒllt werden und in der Sonne nur so glitzern. An ruhigeren Tagen kann man dort auch baden gehen. Salzterassen gibt es sowohl auf Malta als auch auf der Nachbarinsel Gozo, sowie 40 Meter hohe imposante Felsklippen (die man auch abseilen und raufklettern kann), rote und weiße SandstrĂ€nde, pilzartige Felsformationen, mit Leopardenmuster versehene Eidechsen und Schlangen sowie Canyons, Höhlen und Felsblöcke die mit unzĂ€hligen Kletterrouten versehen sind.

DIE KLETTERCOMMUNITY AUF MALTA
Am Fels kommt man schnell ins GesprĂ€ch mit anderen Kletterern und nicht nur einmal ist es mir passiert, dass ich Tipps zu einer Route bekommen habe um danach draufzukommen, dass mein Helfer der Routensetzer ebendieser Route war. Die AtmosphĂ€re in Malta ist schon etwas ganz Besonderes - ich habe auf keinem meiner zahlreichen Kletterurlaube so viele Freundschaften geschlossen wie auf Malta und mich so willkommen gefĂŒhlt. Die Klettercommunity ist recht klein und die meisten viele Kletterer kennen sich untereinander ĂŒber den Malta Climbing Club, welcher sehr aktiv ist und immer wieder gemeinsame AktivitĂ€ten organisiert. Wer dem Klub etwas Gutes fĂŒr all seine Erschließungsarbeit tun will kann ĂŒbrigens beim Bolt Fund fĂŒr Hakenmaterial spenden: https://maltaclimbingclub.org/bolt-fund/

ROUTEN DIE MIR NOCH IM KOPF UMHERSCHWEBEN:

  • Mosta Valley: Lord of the Underclings (6c), Dark ways (7a+), Damocles’s scimitar (6a+)
  • Irdum Irxaw: Cecilia (6a+), Beti Aurrera (6a), Neus (7a), Predator (6c), Crimp on a rose (6c), Master of Disaster (6c)
  • Wied il-Mielah Spirited: 6a, Klippenkletterei (nicht im aktuellen Guidebook)
  • Mgarr Ix-Xini: Ezy Ryder Direct (7a+) - diese Route bleibt mir aufgrund der weiten Absicherung im Kopf, ich kriege jetzt noch weiche Knie wenn ich an sie denke :D
  • Garden of Eden: Tufa Baroque (6c) spitze abgesichert, mit Sintern und KreuzzĂŒgen, ein Traum von einer Route
  • Ghar Lapsi: Alex (5c+), La Droga de Haxixa (6b+)
  • Radar Point: Aritz Gogorra (6a), Psyberica (6c)
  • Meliehha Cave: Crazy Monkey (7a), Flutter by (6c)
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Wir flogen mit neutralen Erwartungen nach Malta und kamen begeistert zurĂŒck. Das Gesamtpaket aus FelsqualitĂ€t, vorhandenen Routen, Hakenmaterial, Kulturangebot, Natur sowie die lokale freundliche und hilfsbereite Klettercommunity macht Malta zum idealen Ziel fĂŒr Kletterurlaube.
Und das beste: Das Kletterparadies Malta hat sein volles Potenzial noch nicht erreicht, die Knospen beginnen gerade erst zu blĂŒhen.

 Text: Petra Weisz, Reisezeitraum: Oktober-November 2020, Veröffentlichung: 24.01.2021